Ranking Arbeitsmarktdynamik

Quartalsweise aktualisiertes Kommunalranking zur Entwicklung der Zahl der Beschäftigten, Arbeitslosen und Leistungsempfänger der Grundsicherung.
Stand: Dezember 2020

Aktuelle Trends:

  • Der Norden und der Osten holen auf! Insbesondere im Nordosten und Nordwesten Deutschlands ist eine positive Arbeitsmarktentwicklung zu erkennen:  Positive Entwicklungscluster vor allem in großen Teilen Ostdeutschlands, Schleswig-Holstein, der Weser-Ems-Region aber auch in Teilen Bayerns  sowie den NRW-Regionen Niederrhein und Münsterland. In den östlichen Bundesländern sorgt vor allem der Abbau der Arbeitslosigkeit für gute Index-Platzierungen.
  • Schlechte Arbeitsmarktentwicklung in der Mitte Deutschlands (v.a. Thüringen und Oberfranken) sowie verstärkt auch im Südwesten: Im Saarland, in Teilen der Pfalz und  im Südosten NRWs  sowie in stark zunehmender Weise auch in Baden-Württemberg lassen steigende Arbeitslosen- und SGB-II-Quoten sowie ein Ende des Beschäftigungsaufbaus etliche Kommunen im Ranking abrutschen.

Methodik:

Das Städteranking zur Arbeitsmarktdynamik ist als Dreijahresvergleich aufgebaut und stellt dementsprechend die aktuellsten Daten zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, zur Arbeitslosenquote und zu den SGB-II-Hilfequoten den Daten von vor drei Jahren gegenüber. Die Aktualität orientiert sich am Veröffentlichungsdatum der von der Bundesanstalt für Arbeit quartalsweise mit 6 monatiger Wartezeit bereitgestellten Angaben zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten  – daraus ergibt sich ein Verzug um ein halbes Jahr. Dies ist deutlich weniger als bei sonstigen Rankings, in denen in der Regel Daten mit einem Verzug zum Berichtszeitraum von 1 bis 3 Jahren verwendet werden.

Um eine Vergleichbarkeit der drei in das Ranking einfließenden Merkmale zu erreichen, werden die Merkmalswerte im Rahmen einer Z-Transformation standardisiert. Die Veränderung der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten fließt mit dem Faktor 0,5, die Veränderungen von Arbeitslosen- und SGB-II-Quote jeweils mit dem Faktor 0,25 in das Ranking ein.

Wanderungstrends

Typisierung der Kommunen nach Art der Wanderungsbewegungen
Stand: 2019

Aktuelle Trends:

  • Negative Binnenwanderungssaldi in den meisten Großstädten, dafür aber oft deutliche Geburtenüberschüsse und Gewinne bei der Auslandswanderung
  • Positive Binnenwanderungssaldi in den Küstenregionen und im Umfeld der größeren Ballungsräume, insbesondere in den Umlandkommunen der Metropolregionen Rhein-Ruhr, Berlin und München
  • Starke Verluste durch Wanderung vor allem in der Mitte Deutschlands

 Methodik:

Die Kreise und kreisfreien Städte werden hinsichtlich der jährlichen Wanderungssaldi verschiedenen Kategorien zugeordnet. Dabei wird zwischen Bildungswanderung (Wanderungen der 18- bis unter 30-Jährigen) sowie Familien- und Alterswanderung (Wanderung der „30+“-Altersgruppen sowie der unter 18-Jährigen) unterschieden. Diese Ausdifferenzierung ist aus immobilienwirtschaftlicher Sicht interessant, da die Immobiliennachfrage ausgehend von der Bildungswanderung (kleinere Wohnungen, Mietwohnungen) sich stark von der Nachfrage ausgehend von der Familien- und Alterswanderung (größere, teurere Wohneinheiten, häufig Eigentum) unterscheidet. Betrachtet werden die inländischen Wanderungssaldi , da die Zuwanderung aus dem Ausland wiederum nach ganz eigenen Regeln abläuft. Schraffiert dargestellt sind Kommunen, die im Untersuchungsjahr bei der inländischen Wanderung besonders erfolgreich waren (Zuwachs von >500 Einwohnern im Saldo). Zusätzlich ist der Gesamt-Wanderungsaldo (inklusive Auslandszuwanderung) dargestellt.